Die Stimme im Funkgerät verspricht Wasser. Medizin. Sicherheit. Jonas möchte ihr glauben. Genau das macht sie so gefährlich.
Im zweiten Jahr nach dem Fall ist Jonas zu Fuß unterwegs. Sein Wagen steht vor einer eingestürzten Autobahnbrücke. Die Vorräte passen in einen fast leeren Rucksack. Von seinem früheren Leben in Frankfurt bleiben Erinnerungen, die er sich unterwegs kaum leisten kann.
Gerüchte führen ihn nach Süden, in einen Wald, der die Katastrophe überstanden haben soll. Doch zwischen den grünen Bäumen wird ebenso gejagt und getötet wie draußen auf den Straßen.
Elena rettet ihm das Leben. Ob er ihr vertrauen kann, weiß er nicht.
Sie kennt die Regeln dieser Welt und zögert nicht, Gewalt anzuwenden. Jonas ist verletzt und auf ihre Hilfe angewiesen. Aus ihrer Zweckgemeinschaft wächst eine Nähe, die beide verwundbar macht. Denn Elena sucht ihren Bruder – und die Ungewissheit über sein Schicksal treibt sie weiter.
Ein verstümmeltes Funksignal gibt ihnen eine Richtung: Anlage Alpha, nahe München. Dort soll es Nahrung geben, Ärzte, eine funktionierende Ordnung. Der Weg führt durch Ruinen, über zerstörte Verkehrswege und an Menschen vorbei, die für eine Mahlzeit alles tun würden.
Doch je näher Jonas und Elena ihrem Ziel kommen, desto drängender wird eine andere Frage: Welche Bedingungen stellt eine Ordnung, die inmitten des Untergangs noch funktioniert?
Wer darf Schutz finden? Wer wird ausgesondert? Und wer entscheidet, was ein Mensch wert ist?
Mit »Das kalte Versprechen« erzählt Alexander Strasser einen düsteren Endzeitroman über Hunger, Verlust und das vorsichtige Vertrauen zwischen zwei Menschen, die sich keine Schwäche erlauben können. Eine Geschichte über die Verlockung absoluter Sicherheit – und darüber, was geschieht, wenn Effizienz zum Maßstab für menschliches Leben wird.
Für Leser atmosphärischer Dystopien, kompromissloser Überlebensgeschichten und beklemmender Zukunftsentwürfe.
Draußen müssen sie um ihr Leben kämpfen. Drinnen womöglich um alles, was es lebenswert macht.
