Paris oder Moguéran? Warum Orte in diesem Roman auch Lebensentscheidungen sind

Ein spannender Zug in Moguéran ist die Gegenüberstellung von Paris und dem kleinen Küstenort. Auf den ersten Blick scheint die Sache klar: Hier das raue, stille Dorf am Meer. Dort die große, laute, pulsierende Stadt. Doch Alexander Strasser macht es sich nicht so einfach.

Paris steht für Aufbruch, Möglichkeit, Tempo, Selbstentwurf. Moguéran dagegen für Stille, Wiederholung, Beobachtung, Innenschau. Aber genau darin liegt die Raffinesse: Keiner dieser Orte ist nur gut oder nur schlecht. Beide tragen Sehnsucht in sich. Beide können befreien. Beide können einengen.

Das macht den Roman so glaubwürdig. Denn wer kennt dieses Gefühl nicht? Dass man glaubt, woanders würde das Leben endlich beginnen. Dass man denkt, ein Ortswechsel könne innere Widersprüche lösen. Und dass man irgendwann merkt: Ganz so einfach ist es natürlich nicht.

In Moguéran wird aus dieser Konstellation kein einfacher Stadt-gegen-Land-Konflikt, sondern eine existenzielle Frage:
Wohin gehst du, wenn du dich selbst nicht loswirst?

Gerade diese Ambivalenz gibt dem Roman Tiefe. Es geht nicht um Kulisse. Es geht um Identität. Und um die Erkenntnis, dass Ankommen manchmal erst möglich wird, wenn man den Umweg tatsächlich gegangen ist.

Wenn du Romane liebst, in denen Orte zu inneren Landschaften werden, wirst du Moguéran mit ganz anderen Augen lesen.

 

https://alex-strasser.de/mogueran-eine-reise-voller-geheimnisse-und-sehnsucht/

 

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