Roter Faden auf grauem Asphalt
Ich stehe. Muss ich sagen. Die Füße sind schwer, der Asphalt zieht die Kälte hoch. Es ist diese Art von Licht, die alles grau macht, selbst das bisschen Hoffnung, das man noch im Sack hat. Ein Himmel wie nasses Tuch.
Mit Claire nach Saint-Malo
Der Motor schnurrt leise, ein tiefes, gleichmäßiges Brummen, das mich seit Stunden begleitet. Ich sehe ihre Füße. Sie liegen da, auf dem Armaturenbrett, nackt, die Zehen leicht gespreizt, der Nagellack ein sattes, fast unverschämtes Kirschrot. Ein kleiner, goldener...
Nachtmarkt
Ich bin kein Körper mehr, nur eine stehende Verdichtung aus Kälte, ein Knoten aus Atem, der vergessen hat, wozu Lungen einst erfunden wurden, und die Straße unter mir ist kein Boden, sondern eine klaffende Haut, rissig, feucht, durchzogen von flackernden Narben aus Licht, die sich mir einbrennen wie fremde Erinnerungen, die nie die meinen waren.
Montmartre-am-Morgen
Der Rahmen des Fensters ist kühl, rau unter meinen Fingerspitzen. Ich lehne mich nicht an, nur ein leichtes Berühren, eine Verankerung. Es ist noch früh, die Luft schmeckt nach feuchtem Stein und dem ersten, zaghaften Rauch aus den Schornsteinen der Dächer unter mir....
Wo das Wasser endet
Der Regen ist ein Arschloch. Er trommelt auf meinen Schädel, als wollte er mir den letzten klaren Gedanken aus dem Hirn prügeln. Jeder Tropfen ein kleiner, kalter Schlag. Die Straße ist kein Asphalt mehr, sondern ein träger, schlammiger Fluss, der alles verschluckt. Meine Schuhe sind längst durchnässt, ein unangenehmes, schwammiges Gefühl bei jedem Schritt. Scheißegal.
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